Zur Förderung der Verkehrsverlagerung führte die IIG im Jahr 2020 das Job-Ticket ein. Diese Maßnahme adressierte sowohl den Pendelverkehr als auch die private Mobilität der Belegschaft durch eine kostengünstige Bereitstellung von ÖV-Zeitkarten. Durch ein differenziertes Zonensystem (Stadt, Region, Land) wurde die Attraktivität des Angebots maximiert. Neben der Reduktion von CO₂-Emissionen generierte diese Maßnahme sozialen Mehrwert, indem sie nachhaltige Mobilitätsoptionen niederschwelliger in die alltägliche Lebensführung der Mitarbeitenden integrierte.
Seit 2020 erfolgte eine sukzessive Substitution verbrennungsmotorischer Fahrzeuge durch Elektromobilität (z. B. E-Smarts). Diese technologische Umstellung wurde flankiert durch den Aufbau einer dedizierten Ladeinfrastruktur. Zur Steigerung der Ressourceneffizienz implementierte die IIG zudem ein internes Corporate Carsharing-Modell. Dies optimiert die Auslastung der Fahrzeuge und bietet den Mitarbeitenden flexible Nutzungsoptionen, wodurch ökologische Zielsetzungen mit ökonomischer Effizienz harmonisiert werden.
Ein zentraler Fokus liegt auf der Attraktivierung des Radverkehrs. Die IIG erkannte, dass die Bereitschaft zum Umstieg maßgeblich von der Qualität der End-of-Trip-Infrastruktur abhängt. Konkret wurden überdachte Abstellanlagen errichtet, Firmen-E-Bikes finanziert, Garagen adaptiert sowie Sanitärbereiche (Duschen, Umkleideräume) modernisiert. Ergänzend werden finanzielle Anreizmodelle für dienstliche Radfahrten evaluiert.
Neben physischen Maßnahmen setzt die IIG auf Veränderung der Unternehmenskultur. Die Einführung von Videokonferenzen ersetzt viele Dienstfahrten, Besprechungen wurden gebündelt und Routen optimiert. So werden unnötige Wege vermieden, ohne dass die Arbeitsqualität darunter leidet.
Begleitet wird das Programm durch regelmäßige Informationskampagnen, Wettbewerbe und Testtage. Das Mobilitätsmanagement der IIG wirkt über das eigene Unternehmen hinaus: Mitarbeitende tragen neue Gewohnheiten in ihre Familien und Freundeskreise; sichtbare Maßnahmen wie eigens lackierte E-Fahrzeuge sprechen Kund:innen und Partner direkt an.
Resümee
Die Fallstudie der IIG validiert, dass erfolgreiches Mobilitätsmanagement als komplexer Interventionsprozess verstanden werden muss, der auf der synergetischen Verknüpfung von technischer Innovation, infrastruktureller Anpassung, ökonomischen Anreizen und organisatorischem Kulturwandel basiert. Die IIG positioniert sich als proaktiver Akteur im Kontext der Smart-City-Strategie Innsbrucks.